Pressestimmen
Hier finden Sie die Presse des aktuellen Festivals und was Zeitungen in den vergangenen Jahren über uns berichteten.
Heute beginnt das 8. Mittellandfestival
/ 27. Mai 2006, Volksstimme
Seehafer: "Leider nur eine Miniausgabe"
Von Regina Malsch
Barleben. In der Kirche Sankt Peter und Paul in Barleben startet heute mit einem Orgelkonzert das 8. Mittellandfestival. Bei den beiden Festival-Begründern Stefan Seehafer und Ulli Korn will aber keine rechte Freude aufkommen. " Wir können wegen der über die Hälfte gekürzten Mittel diesmal nur eine Miniausgabe anbieten. Das ist nicht mehr das Festival, wie es die Leute kennen und ich denke lieben ", bedauert Seehafer, der auch Vorsitzender des Kulturvereins Mittelland ist. Waren bei den Vorgängern immer auch Kinderprogramme und volkstümliche Angebote dabei, muss es diesmal mit der traditionellen Orgelnacht, einem Liederabend und einer Lesung genügen. Das Festival, das sich in den Vorjahren über vier Wochen hinzog, findet in diesem Jahr an nur drei Tagen statt. " Unser Anspruch war, die kulturelle Vielfalt des Ortes widerzuspiegeln. Das gelingt bei der 8. Auflage nur ungenügend ", ist auch Ulli Korn tief enttäuscht. Der Grund für das Abspecken : Barleben hat die Mittel für die Vereine gekürzt ( Volksstimme berichtete ). Der Kulturverein hat statt beantragter 15 000 Euro diesmal nur 7 000 Euro bewilligt bekommen. " Ich verstehe ja, dass die Gemeinde sparen muss. Aber an der Kultur ? Da hätten die Gemeinderäte schon mal etwas differenzieren müssen. Wir sind doch nicht mit einem Hundesportverein zu vergleichen ", findet Seehafer deutliche Worte. Als Tenor tritt er beim Liederabend " Freunde, das Leben ist lebenswert " selbst auf. Lebenswert werde das Leben auch durch Kultur, meinen Korn und Seehafer und hoffen deshalb, dass das kleine Programm eine große Fangemeinde fi ndet. Ganz besonders würden sie sich freuen, wenn möglichst viele der Gemeinde- und Ortsräte an den Veranstaltungen teilnehmen, um sich von der Qualität zu überzeugen. " Vielleicht ist das für die Abgeordneten Anlass, ihre Entscheidung zur Finanzierung des Festivals zu überdenken. Und wer weiß, vielleicht ist es auch ein Denkanstoß für eine engere und konstruktive Zusammenarbeit mit uns ", so Seehafer.
Lange Nacht der Orgel bleibt Höhepunkt
/ 17. Mai 2006, Volksstimme
Mittellandfestival stirbt nicht, aber wird abgespeckt
Barleben. Die Einheitsgemeinde Mittelland gibt es nicht mehr. Lange Zeit dachte man, auch das gleichnamige Kunstfestival sei gestorben. Denn, wer sich im Internet nach dem Programm für das diesjährige Mittellandfestival erkundigen wollte, fand bis letzte Woche einen weißen Fleck vor. Freitag änderte sich das schlagartig. Mittlerweile sind auch Plakate und Flyer mit dem neuen Logo (Entwurf : Petra Böhler, Hamburg) gedruckt. Die achte Auflage des Mittellandfestivals ist eine abgespeckte Variante. Es erstreckt sich nicht mehr über einen Vier-Wochen-Zeitraum, sondern lediglich über eine knappe Woche. " Aus bestimmten Gründen konnten wir erst mit dem 3. Mai auf eine finanzielle Zuwendung der Gemeinde bauen ", sagte gestern Festival-Begründer Stefan Seehafer, freiberuflicher Opersänger (derzeit in Budapest in Wagners "Parzival" auf der Bühne), 1. Vorsitzender des Kulturvereins Mittelland, zur Begründung. Außerdem müssen die Organisatoren mit einer reichlich 50-prozentigen Kürzung der Zuschüsse leben und können nicht mehr so aus dem Vollen schöpfen wie zwischen 1999 und 2005. Barleben hat seine Zuwendungsrichtlinie für gemeinnützige Vereine auf die übrigen beiden Ortsteile ausgedehnt. Es zehren also mehr Vereine aus dem gleichen Topf. Deshalb diesmal die Konzentration auf drei große Highlights und den Zeitraum 27. bis 31. Mai. Von Anfang an gesetzt war die große Orgelnacht (27. Mai ab 18 Uhr), der traditionelle Höhepunkt des Festivals, wieder mit dem ungarischen Virtuosen Istvan Ella am königlichen Instrument. Er ist den Barlebern ein guter Freund. Schließlich gilt er als Wiederentdecker der wertvollen Reubke-Rühlmann-Orgel in ihrer evangelischen Kirche. Mit der Orgelnacht gepaart der Liederzyklus "Dichterliebe" aus Anlass des 150. Gedenkjahres für Robert Schumann und Heinrich Heine. Das zweite Highlight: Ein Liederabend mit populärer Film- und Operettenmusik, überschrieben "Freunde, das Leben ist lebenswert". Termin : 28. Mai, 17 Uhr. Und last but not least: Die Lesung des Schauspielers, Schlagersängers, Regisseurs und Texters Volker Lechtenbrink am 31. Mai ab 20 Uhr in der Barleber Kirche. Er bringt Texte von Erich Kästner, Wolfgang Borchert und Oscar Wilde zu Gehör. (Klaus Dalichow)
Die Welt ist ein Dorf
/ 11. Mai 2005
Ungarischer Trompetenvirtuose zeigt Aufnahmen von Konzertreisen
von Klaus Dalichow
Alle Wege führen zur Kirche. Von dort sind es vier Schritte bis zum japanichen Tempeltor. Lediglich einen Schritt muss der Betrachter zwischen der Katzentreppe in Barleben und der Katzentreppe an der Akropolis in Athen zurücklegen. Es stimmt tatsächlich - die Welt ist ein Dorf. Zumindest in der Fotoausstellung, die der ungarische Trompetenvirtuose György Geiger den Barlebern, Ebendorfern und Meitzendorfern seit Sonntag im Obergeschoss ihrer Gemeindeverwaltung präsentiert: Hier hängt eine Farbaufnahme, die York in England zeigt neben einem Bild aus der Wüste Nevada in den USA. Hier war der Fotograf mit seiner Optik in Rio de Janeiro unterwegs, aber auch in Dubrovnik in Kroatien schaute er durch den Sucher. Dazwischen immer wieder ein Motiv aus Barleben. György Geigers Bildsprache ist mal ehrlich, dann bildet er die Realität ab, wie sie ist. Manchmal ist sie fantasievoll. Dann erzählen Geigers Arbeiten kleine Geschichten. Der sympathische Bartträger, Jahrgang 1944, fotografiert mit einem 15 Jahre alten Apparat der Marke Minolta (Modell 7000). Von einer Konzertreise nach New York brachte er sich diese Ausrüstung mit, wie er in erster Linie seine bei Konzert- und Gastspielreisen in viele Länder und Städte dieser Erde festgehaltenen Eindrücke und Inpressionen zeigt. Unter Glas hängen 24 Fotografien, die gleiche Anzahl war zurAusstellungseröffnung zum In-die-Hand-Nehmen auf Tische ausgebreitet. György Geiger ist nicht nur Ehrenmitglied des Kulturvereins Mittelland und gerngesehener Gast beim Mittellandfestival, sondern auch ein vielgefragter Trompetenvirtuose. Er hat zahlreiche nationale und internationale Ehrungen erfahren. Viele Komoponisten haben eigens für ihn Trompetenkonzerte geschreiben, die er in seinen Konzertprogrammen immer wieder mit großem Erfolg aufführt. Und wie sich nun in der Vila Brandt zeigt, ist er auch ein talentierter Fotograf.
Der Herr Organist kann mehr als nur Tösen
/ 10. Mai 2005, Volksstimme
"Bach für Kinder" hieß es letzte Woche in der Barleber Kirche. Der Schauspieler Ulrich Bildstein und der Organist Istvän Ella versuchten, die Geheimnisse der uralten Orgel zu ergründen. Bei ihrer Reise durch die Welt der Musik wurde erfahrbar, dass Musik nicht nur Gedudel ist, sondern Gefühle, Geschichten und Bilder transportiert.
von Gudrun Billowie
Viele Kinder, Eltern und Großeltern hatten sich in der Barleber Kirche St. Peter und Paul um die Reubke-Rühlmann-Orgel versammelt und schauten gebannt zu, als Istvan Ella das Instrument zu spielen begann. Plötzlich wurde das Spiel durch heftiges Klopfen unterbrochen. Woher kam dieses Wummern, zu dem sich obendrein noch ein Jammern gesellte? Irgendwie aus dem Innern der Orgel, doch ist das möglich? Es ist. Die winzige Tür zum Orgelinnern öffnete sich und. heraus krabbelte ein junger Mann, stieß sich die Stirn am niedrigen Türrahrnen und fluchte. "Wer hat meinen Pingu beim Mittagschlaf gestört? Wer wagt das?" Er rieb sich die schmerzende Stirn und Pingu, eine Pinguin-Handpuppe, schaute etwas verschlafen in die Runde. Nicht nur die Kinder lachten, auch den Erwachsenen stand das Schmunzeln im Gesicht. So begann die Reise ins Innere der Orgel; eine Reise, die dem Komponisten Bach folgte. Reiseführer war Schauspieler, Sänger und Pingu-Vater Ulrich Bildstein. Sein musikalischer Einstand war das Vogelfängerlied aus Mozarts Zauberflöte. "Und du, wer bist du?", fragte er Ella anschließend. "Ich bin der Organist", antwortete dieser mit unverwechselbar ungarischem Akzent. "Und wag kannst du noch außer tösen?", fragte Pingu äußerst respektlos. Und schon waren die Akteure in ein ebenso neckendes wie lehrreiches Gespräch verwickelt. Istvan Ella, der begnadete Orgelspieler, stimmte einzelne Pfeifen an, die Kinder hörten Trompeten-, Bratschen- und Flötentöne. Pingu aber forderte von Istvan Ella mehr, immer mehr. Erst spielte der Organist allein mit den Füßen auf den Pedalen, dann mit den Händen ein- und zweistimmig auf den Tasten, immerhin so viele, wie zwei Klaviere übereinander, dann nahm er wieder auf den Pedalen die Füße dazu, so dass der Organist ganz allein dreistimmig spielte. So viel Kunst fällt dem Gelegenheitsbetrachter meist gar nicht auf, bei Ella sieht ohnehin alles sehr leicht und gleitend aus. "Jahrelange Übung", gestand er. Aber Pingu machte auf alles aufmerksam, fragte nach und Ella erklärte geduldig, spielte langsam, zum Mitschauen. So verfolgten nicht nur die Kinder, das Orgelspielen aus nächster Nähe gebannt. Und die Musik von Bach, "einem der größten Komponisten der Weltgeschichte", wie Ella sagte, wurde dem Publikum ganz nebenbei nahe gebracht. Ella spielte Fugen, Chorälvariationen, wobei er die Variationen gut nachvollziehbar aneinander reihte. Und dann mischte sich wieder Pingu ins Geschehen. "Wollt ihr mal sehen, wo ich wohne?", fragte er die Kinder. Sie wollten und folgten dem Pinguin in das Innere der Orgel. Zum Schluss dieser Veranstaltung im Rahmen des siebten Mittellandfestivals wurden auch die Zuschauer musikalisch gefordert. Zumindest beim "Fiderallalla" der Vogelhochzeit stimmte jeder mit ein.
Plaudereien mit Paulas Paul
/ 13. Juli 2004, Volksstimme
Barleben - Beim Reifenhändler Saft hätte Paula keinen Handschlag tun müssen. Aber ihn lässt sie nicht über den Bettvorleger. Paula will Paul. Sie wusste von Anfang an, dass es die große Liebe war. Paul war schon da, als Paula kam - in die "Möwe", diese Bar in der Berliner Luisenstraße, wo sie ein Fass aufmachen und sich betrinken wollte. Aus lauter Verzweiflung. Allein 20 Zentner Brikett stapeln. Das sollte ihr nicht wieder passieren... Als der schlaksige Mann ganz in Schwarz, ein wenig ergraut, fast 60, vorn über den schweren Eichentisch gebeugt, das liest, laufen bei den meisten Zuhörern die Bilder des Films ab: Paula im Unterrock mit Blumen, das Festessen im Bett, die Musik der Puhdys. Der Kenner weiß: den Saft gab Fred Delmare, Angelika Domröse spielte die Paula, mit Paul - ihren ehebrechenden Liebhaber - wurde Winfried Glatzeder besetzt. Und der sitzt an diesem Freitag hier am Barleber Breiteweg in einem herrlichen, aber hoffnungslos überfüllten Trauungszimmer (wo doch Paul und Paula nie die Ringe wechseln konnten), liest 31 Jahre nach der Premiere von "Paul und Paula" aus der literarischen Vorlage des Films. 75 Minuten lang. Männer und Frauen ganz unterschiedlichen Alters hängen an seinen Lippen; merken: das Buch von Ulrich Plenzdorf ist sehr nahe am Film. Die meisten wollen es in der Pause kaufen. Die Veranstalter waren gut beraten, die Paperback-Ausgabe aus dem Suhrkamp-Verlag herbeizuschaffen. Und die Zuhörer wollen Autogramme. Glatzeder kommt kaum dazu, an seiner Zigarette zu ziehen. Als auch der allerletzte Wunsch nach seinem Namenszug erfüllt ist, schwingt sich der heute in Berlin lebende Schauspieler auf den Eichentisch, lässt die Beine baumeln, plaudert über die Annäherung von Liebespartnern beim Film, redet über eine Einstellung in Rainer Simons "Till Eulenspiegel", die zwölf Mal gedreht werden musste, räsoniert über handwerkliche Qualitäten des Kollegen Krug, Manfred.
Die Leute erfahren, dass Glatzeder im "Tatort" zwölf Mal vor der Kamera stand, dass er auch mal Rollenangebote ablehnt, trotzdem seine Miete bezahlen kann und seine noch studierenden Kinder durchbringt, weil er "gut am Theater zu tun hat", zurzeit mit dem Komödien-Klassiker Pension Schöller (sie erinnern sich: die Fniege im Hans). Herzlicher Applaus am Ende der zweieinhalb Stunden. Ein netter Mensch, einer ohne Starallüren, werden viele gedacht haben.
Von Klaus Dalichow
Winfried Glatzeder Stargast beim Mittellandfestival
/ 3. Juni 2004, Volksstimme
Barleben - Soviel steht fest: Das diesjährige Mittellandfestival orientiert sich mit seinem Termin am Vollzug der gleichnamigen Einheitsgemeinde. Es beginnt am Tag der Kommunalwahl und geht bis zum 10. Juli. Der "Ortsneugründung" will das Festival besonders Rechnung tragen und begleitet die Zeit von der Kommunalwahl bis hin zur offiziellen "Geburtsstunde" mit einem hochkarätig besetzten sowie künstlerisch ausgewogenen Programm.
Mittellandfestival Nr. 5 führte den ehemaligen Tagesschausprecher Wilhelm Wieben nach Barleben. Wieben, damals 68, las das erste Kapitel aus Thomas Manns "Lotte in Weimar". Wiebens Vortrag war professionell. 90 Minuten ohne Versprecher.
Frage an den Leiter des Festivals, Stefan Seehafer: Welchen prominenten Zeitgenossen bieten die Kulturfestwochen diesmal auf? Antwort: Winfried Glatzeder, durch den Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula" in Ost und West bekannter Mime. Glatzeder liest am 9. Juli in der Villa Brandt über die Legende vom Glück ohne Ende.
Eine Maxime bleibt auch bei Auflage Nr. 6 des Festivals: Nicht nur Barleben ist Veranstaltungsort, auch Ebendorf und Meitzendorf, beispielsweise für das Kinder-Kino. Fest gebongt ist der Eröffnungsbeitrag "Fritz, der Traktorist" am 13. Juni um 15 Uhr in der Turnhalle der Barleber Sekundarschule. Kenner wissen Bescheid: Lieder aus einem untergegangenen Land. Künstler des Deutschen Theaters Berlin blicken auf den versunkenen Arbeiter-Bauer-Staat zurück.
Das Mittellandfestival als regionales Kulturfest vor den Toren der Landeshauptstadt geht auf die Wiedereinweihung der restaurierten Reubke-Rühlmann-Orgel in der Barleber Kirche im Mai 1999 zurück. Mit einer "Nacht der Orgel" mit sechs Stunden Dauer und zwei renommierten Beherrschern des königlichen Instruments wird auch 2004 an die Entstehungsgeschichte der regionalen Kulturfestwochen erinnert. Der Klang der wertvollen Orgel, die uralten Bäume um das Gotteshaus, die vom Zahn der Zeit der gezeichneten Steine und schließlich die hereinbrechende Nacht werden dabei die Besucher wieder in ihren Bann ziehen. Die beiden Organisten stammen aus der Slowakei und Norwegen. Beide europäische Staaten sind mit ihrer Kultur symbolisch zu Gast im Mittelland.
Wilhelm Wieben - 90 Minuten ohne Versprecher
/ 4. Juni 2003, Volksstimme
Barleben - "An ihrer Stelle Stelle wäre ich zu Hause geblieben", scherzt Wilhelm Wieben angesichts der Schweißperlen auf so mancher Stirn im Publikum, entledigt sich ob der nachmittäglichen Bruthitze von Sakko und Schlips und nimmt auf dem Stuhl des Vorlesers Platz. Vorstellen muss man den heute 68-Jährigen, in Ehren ergrauten Wahl-Hamburger, kaum jemandem. 1966 wird Wilhelm Wieben Mitarbeiter der Tagesschau, zunächst als Off-Sprecher. Ab 1974 zeigt er seinen Kopf auf der Mattscheibe im Ersten und bringt die 20-Uhr-Nachrichten in deutsche Wohnstuben. 1998 erreicht Wieben die Pensionsgrenze und hört bei der Tageschau auf. Seit dieser Zeit betätigt sich der Pensionär nebenher als Rezitator literarischer Texte. Und in dieser Eigenschaft nahm er auch die Einladung nach Barleben an.
Wieben las das 1. Kapitel aus Thomas Manns "Lotte in Weimar". Es heißt "Die Ankunft" und beschreibt wie Hofrätin Charlotte Kästner geborene Buff (die unsterbliche Heldin aus Goethes Werther-Roman) sich samt Tochter und Dienerschaft als Endfünzigerin noch einmal nach Weimar aufmacht, um den Gefährten ihrer Jugendtage wiederzusehen.
Wilhem Wiebens Vortrag ist professionell. 90 Minuten ohne Versprecher. Der Mann des Wortes lässt die Spannung niemals abreißen. Die Leute hören ihm zu. Anstatt Blumen gibt es am Ende einen "Opernverführer" aus der Feder von Festivalleiter Stefan Seehafer. Das war passend, denn als Zugabe war die literarische Beschreibung von Musik zu hören. Verdis Melodram "Aida". Aus Thomas Manns "Zauberberg".
5. Mittellandfestival mit Gipsy-Swing gestartet
/ 20. Mai 2003, Volksstimme
Barleben - Stefan Seehafer, von Anbeginn Leiter des Mittellandfestivals, war überglücklich. "So haben wir uns das immer vorgestellt, als wir 1999 angefangen haben", meinte er Sonntag Nachmittag angesichts der vollbesetzten Barleber Kirche. Nicht nur Zuhörer, denen eine Ehrenkarte zur offiziellen Eröffnung jener vier Kulturfestwochen ins Haus geflattert war, sondern auch reichlich Fans, die ein Billett im freien Verkauf erworben hatten, füllten die Bankreihen von Sankt Peter und Paul. Das Mittellandfestival - alle Jahre im Mai/Juni in Barleben und näherer Umgebung ausgerichtet - hat einen wohlklingenden Namen und einen mittlerweile wohl auch guten Ruf. Das jedenfalls stellte das Eröffnungskonzert der fünften Auflage unter Beweis. Das swing- und jazzhungrige Publikum war locker drauf, erklatschte von den Lieblingen des Vorjahres zwei Zugaben. Friedmar Hitzer (Violine), Dion Nijland (Kontrabass) und Pieter Klassen (Gitarre) war die Freude am virtuosen Spiel, an handerzeugter Musik anzumerken. Allerdings schien "East of the sun" - so der Name des Zigeuner- und Klezmermusik pflegenden Holländer-Trios - diesmal in Eigenkompositionen verliebt. Richtige Ohrwürmer, bei denen der Applaus regelrecht aufbrandete, waren mit "I can't give you anything but love" und dem Czardas von Monti nur zwei zu hören.
Maibowle als Auftakt zum 5. Mittellandfestival
/ 19. Mai 2003, Volksstimme
Mit einer zünftigen Maibowle, die der Kulturverein Mittelland zubereitet hatte und von der etwa 250 Leute kosteten, wurde am Sonnabend im "Sonnenhof" auf den Kultursommer in der Magdeburger Börde eingestimmt. Die Vorjahreslieblinge, die Band "East of the Sun", gab mit ihrem Gipsy-Swing der Maibowle die richtige Würze. Die Stimmung in der gepflegten Wohnanlage war prächtig. Der Kulturverein sorgte unter Federführung von Ulrich Korn für das leibliche Wohl der Gäste.
Eröffnungskonzert 2002
/ 28. April 2002
Der Festivalleitung gelang es, das Karol-Szymanowski-Quartett zu verpflichten, einem Streichquartett von europäischen Rang und außergewöhnlicher Musikalität. (...) Diese jungen Musiker begeisterten das Publikum in hohem Maße. Die Beifallsstürme nach dem Konzert sind als sehr verheißungsvoller Auftakt für das diesjährige Festival zu werten.
Kammerkonzert beim 3. Festival
/ 1. Juni 2001
Der Spaß an der Musik heftete diesem Konzert der vier befreundeten Musiker Éva Maros, Tereza Farkas, György Geiger und Stefan Seehafer in der Meitzendorfer Kirche an. (...) Bei Trompeter György Geigers Hummelflug nach Rimski-Korsakow sah man die stechlustigen Insekten vor dem geistigen Auge tanzen.
Ensemble Brassimum beim 2. Mittellandfestival
/ 18. Juni 2000, Volksstimme
Höhepunkt des diesjährigen Festivals war das Konzert des Ensemble Brassimum. Mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen konnten die Musiker zu drei wunderbaren Zugaben überredet werden.
Abschlusskonzert des 1. Mittellandfestivals
/ 16. Mai 1999, Volkstimme
In der Kirche St. Peter und Paul zu Barleben spielte das Landesjugendorchester Sachsen. Das Programm der jungen sächsischen Musiker hatte hier Premiere und bildete den Auftakt zu einer Tournee nach Zypern.
