Die Reubke-Rühlmann-Orgel der Kirche von St. Peter und Paul zu Barleben

Im Jahre 1699 wurde mit der Neu-Einweihung der Kirche St. Peter und Paul zu Barleben am 1. Advent auch eine Orgel geweiht.

Orgel Barleben

Diese Orgel wurde nachweislich im Jahre 1835 zum letzten Mal repariert und Zeitzeugen berichteten, dass sie bereits wenige Jahre später nur noch ein "gewaltiges Getöse" und "ein greuliches Geschrei" von sich gab. Der Abbruch dieses alten Instrumentes um 1850 war also unvermeidlich und es folgten fast 30 Jahre, in denen die Barleber ganz auf eine Orgel verzichten mussten.

Im Jahre 1867 baute der renommierte Orgelbaumeister Emil Reubke eine neue Orgel mit 27 Registern und 2 Manualen. Der Magdeburger Domorganist August Gottfried Ritter nahm am 26. September 1876 eine musikalische Prüfung der Orgel vor und bescheinigte der Barleber Orgel, dass sie farblich und dynamisch gelungen sei.

Eine Generalüberholung folgte 1936, die der Orgelbaumeister Wilhelm Rühlmann bis zur Orgelweihe am 6. Juli des gleichen Jahres beendete.

In den folgenden über 60 Jahren verfiel das Instrument in einen Dornröschenschlaf, aus dem es erst der ungarische Organist István Ella am 6. Juni 1998 anlässlich eines Konzertes wiedererweckte.

Der nun gegründete Orgelförderkreis beauftragte die Orgelbaufirma "Musette" aus Budapest, die sich auf Renovierungsarbeiten pneumatischer Orgeln spezialisiert hat, mit der Reparatur des Instrumentes.

Am 2. Mai 1999, noch nicht einmal ein Jahr nach dem ersten Konzert, weihte István Ella die nunmehr renovierte Barleber Reubke-Rühlmann-Orgel mit dem Bewusstsein wieder ein, dass ein lange verlorengegangener Klang von nun an nicht nur die Kirchenmauern, sondern auch die Herzen der Zuhörer beleben wird.

Alle Beteiligten an der letzten Renovierung in diesem Jahrhundert hoffen, dass die Geschichte um die Barleber Orgel in St. Peter und Paul hier nicht endet.

Sie glauben fest daran, dass auch in Zukunft in Barleben Menschen leben werden, die sich der Bedeutung eines solchen unersetzlichen Kulturgutes bewusst sind, und die den Klang der Orgel, die die Barleber seit Generationen begleitet, auch für künftige Generationen bewahren werden.


Hörprobe

J. S. Bach, Toccata d-moll BWV 846, es spielt: István Ella, 2001, MP3-File


Disposition

		Hauptwerk C - f ´´´
			
			Bordun		16´
			Prinzipal		8´
			Viola da Gamba	8´
			Hohlflöte		8´
			Quintadena	8´
			Oktave		4´
			Flűte harmonique 	4´
			Quinte		2 2/3´
			Oktave		2´
			Mixtur 4-fach	1 1/3´
			Trompete		8´
		
			
		Hinterwerk C-f ´´´
			
			Gedeckt		16´
			Geigenprinzipal	8´
			Gedeckt		8´
			Flűte harmonique	8´
			Salicional		8´
			Oktave		4´
			Flöte		4´
			Nassat		2 2/3´
			Waldflöte		2´
			Mixtur 3-fach	2´
			Oboe		8´
			
		
		Pedal C-d´
			
			Subbass		16´
			Violon		16´
			Oktavbass		8´
			Choralbass	4´
			Posaune		16´
			
		
		3 Normalkoppeln
		Crescendowalze mit Anzeigeuhr
		1 freie Kombination
		Pianopedal
		Rohrwerke an / ab
		volles Werk